Böhme Zeitung, 19. Oktober 2011

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bz. Schneverdingen. Vor zwei Jahren hat sie in Schneverdingen ihren Anfang genommen - und hat sich seitdem zum kreisweiten Erfolgsmodell entwickelt: die Ferienbetreuung für Grundschulkinder, organisiert und finanziert vom Überbetrieblichen Verbund Familie & Beruf (ÜBV). Über die Anfänge, die Entwicklung und die Bedeutung der Betreuung sprach BZ-Redaktionsmitglied Cathrin Mahns mit Karin Thorey, Geschäftsstellenleiterin des ÜBV'sd.

BZ: Vor zwei Jahren hat der ÜBV das erste Betreuungsangebot aus der Taufe gehoben. Wie war es dazu gekommen?

Karin Thorey: Ich habe 2008 die Leitung der Geschäftsstelle des ÜBV's übernommen, der damals 13 Mitglieder zählte. Meine Aufgabe lautete: mehr Betriebe ins Boot zu holen. Ich habe mir also überlegt: Was braucht frau zur besseren Koordinierung von Beruf und Familie? Dabei bin ich schnell darauf gekommen, dass es an der Kinderbetreuung oft noch hakt, vor allem bei Grundschulkindern - die sind noch zu klein, um sie allein zu Hause zu lassen. Mit dieser Idee bin ich dann an das Mehrgenerationenhaus in Schneverdingen herangetreten, wo ich sofort auf offene Ohren gestoßen bin. Damals sind wir dann in Schneverdingen, Soltau, Bad Fallingbostel und in Walsrode mit der Ferienbetreuung gestartet. Gerade in Schneverdingen ist das Angebot gut angekommen. Von Beginn an waren hier immer alle Plätze ausgebucht.

Warum in Schneverdingen?
Zum einen, weil der Bedarf da ist. Und zum anderen dank Sandra Seidel, die die Ferienbetreuung als Erzieherin und Mitbegründerin des Mehrgenerationenhauses von Anfang an mit großem Engagement in die Hand genommen hat. Sie war das Herz der Ferienbetreuung, hat diese Aufgabe jetzt aber aus beruflichen Gründen aufgeben müssen.

Wie hat sich das Projekt kreisweit entwickelt?
Wir haben das für 2011 mal ausgerechnet: In den Sommerferien hat es 400 Betreuungsplätze in 13 Kommunen des Heidekreises gegeben. Rund 90 Prozent dieser Kinder standen durch die Berufstätigkeit ihrer Eltern bei einem Mitgliedsunternehmen mit dem ÜBV in Verbindung. Der Verbund zählt heute 120 Mitgliedsunternehmen, die mit ihren Beiträgen die Ferienbetreuung finanzieren.

Was haben Angestellte von Betrieben im ÜBV für Vorteile?
Sie zahlen für die Ferienbetreuung ihrer Kinder nur die Hälfte. Also: Während die Kosten für die Betreuung pro Kind und Woche meistens bei 50 Euro plus 10 Euro Essensgeld liegen, zahlen Angestellte von ÜBV-Betrieben in der Regel 25 Euro plus 10 Euro Essensgeld.

Und was springt bei einer Mitgliedschaft im ÜBV für die Unternehmen raus?
Die haben Mitarbeiter, die auch in den Schulferien verfügbar sind und sich keine Gedanken darüber machen müssen: Wohin mit den Kindern? Außerdem zeigen sie so in der Öffentlichkeit, dass sie ein familienfreundlicher Betrieb sind. Im Übrigen profitieren auch Stadt und Region von der Ferienbetreuung. Gerade vor dem Hintergrund von zunehmenden Fachkräftemangel ist es wichtig, das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst zu nehmen. Schließlich ist das ein weicher Standortfaktor, mit dem Schneverdingen sowie der Heidekreis ein Stück weit attraktiver werden.

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